Wie viel Material Sie wirklich brauchen
Fast alle unterschätzen die Menge. Für eine Zweizimmerwohnung mit normalem Hausrat kommen Sie selten mit weniger als dreißig Kartons aus, bei vollen Bücherregalen deutlich mehr. Rechnen Sie großzügig: Ein Karton zu viel kostet wenig, ein fehlender Karton am Sonntagabend kostet Nerven.
Neben Kartons brauchen Sie Packpapier, Luftpolsterfolie, breites Klebeband mit Abroller, einen dicken Marker und Stretchfolie für Schubladen und Möbeltüren. Verzichten Sie auf Zeitungspapier – die Druckerschwärze färbt auf Porzellan und hellen Textilien ab.
- Bücherkartons für Bücher, Werkzeug, Konserven, Schallplatten
- Umzugskartons für Textilien, Küchenutensilien, Spielzeug
- Kleiderboxen mit Stange für hängende Kleidung – das spart Bügeln und Zeit
- Bilder- und Fernsehkartons für flache, empfindliche Stücke
Gewicht: kleine Kartons für schwere Dinge
Die häufigste Ursache für kaputte Kartons ist nicht schlechtes Material, sondern falsche Beladung. Mehr als zwanzig Kilogramm sollte kein Karton wiegen. Das entspricht bei Büchern etwa einem halb gefüllten Bücherkarton – wer ihn randvoll packt, bekommt ihn allein nicht mehr hoch, und der Boden reißt beim Anheben.
Kleben Sie den Boden über Kreuz und zusätzlich längs über die Mittelnaht. Schwere Gegenstände kommen nach unten, leichte nach oben, Hohlräume werden mit Papier oder Handtüchern gefüllt. Ein Karton, in dem sich nichts bewegt, übersteht das Stapeln im Fahrzeug ohne Schaden.
Reihenfolge: was zuerst, was zuletzt
Beginnen Sie mit Räumen, die Sie im Alltag nicht brauchen: Keller, Abstellraum, Dachboden. Danach folgen Bücher, Bilder, Dekoration, Vorräte und Kleidung der falschen Jahreszeit. Küche und Bad bleiben bis zum Schluss, denn dort brauchen Sie bis zum Vorabend fast alles.
Halten Sie einen Karton bewusst frei und packen Sie ihn als Letztes: Der Karton für die erste Nacht bleibt bei Ihnen im Auto, nicht im Umzugsfahrzeug. Hinein gehören Bettwäsche, Handtücher, Duschzeug, Ladekabel, Kaffee samt Zubehör, Toilettenpapier, Reinigungstuch, Medikamente und ein Schraubendreher.
Eine Beschriftung, die am Umzugstag hilft
Schreiben Sie den Zielraum in der neuen Wohnung auf zwei Seitenflächen und auf den Deckel. Steht die Beschriftung nur oben, ist sie im Stapel nicht mehr zu sehen. Ergänzen Sie zwei bis drei Stichwörter zum Inhalt, mehr braucht es nicht: „Küche – Töpfe, Pfannen“ ist besser als eine vollständige Inventarliste, die niemand liest.
Bewährt hat sich zusätzlich ein Farbsystem: ein farbiger Klebepunkt pro Raum am Karton und derselbe Punkt an der Zimmertür in der neuen Wohnung. Das Team muss dann nichts lesen und nicht fragen. Empfindliches markieren Sie klar sichtbar mit „Glas“ und einem Pfeil nach oben.
Geschirr, Gläser und Elektronik
Teller werden hochkant gestellt, nicht gestapelt – so verteilt sich der Druck auf die Kante statt auf die Fläche. Zwischen je zwei Teller kommt ein Blatt Packpapier. Gläser und Tassen wickeln Sie einzeln ein und setzen sie aufrecht in die oberste Lage. Ganz unten liegt eine Schicht zerknülltes Papier als Dämpfung.
Elektronik reist am besten im Originalkarton. Ist dieser nicht mehr vorhanden, eignen sich gepolsterte Fernsehkartons; ein Fernseher wird immer stehend transportiert, nie liegend. Fotografieren Sie vor dem Abbau die Rückseite jedes Geräts – das erspart Ihnen beim Wiederanschluss langes Rätselraten. Schrauben und Kleinteile eines Möbelstücks kommen in einen beschrifteten Beutel, den Sie direkt am jeweiligen Teil befestigen.
Was nicht in den Karton gehört
Dokumente, Bargeld, Schmuck, Festplatten mit wichtigen Daten, Medikamente und Schlüssel nehmen Sie persönlich mit. Nicht, weil etwas passieren würde, sondern weil diese Dinge am Umzugstag unauffindbar sind, wenn sie in einem von vierzig Kartons stecken.
Nicht transportiert werden dürfen Gefahrgüter: Benzin und andere Kraftstoffe, Gasflaschen, Spraydosen mit Treibgas, Lösungsmittel, offene Farbeimer und Feuerwerkskörper. Reste dieser Art nimmt die Schadstoffsammlung der BSR entgegen. Zimmerpflanzen können mitfahren, sollten aber im eigenen Auto reisen – im Laderaum kippen sie leicht um und vertragen Kälte oder Hitze schlecht.